Die Bewertung von Perlen

 


Inhalt

1. Die Form der Perle
2. Die Größe der Perle
3. Die Perlenfarbe
4. Der Lüster und Oberflächenbeschaffenheit der Perle
5. Bezeichnungen für Perlen


Form, Größe, Farbe: Die Bewertung von Perlen

Perlen dienen dem Menschen schon seit über 6000 Jahren als Schmuck und Verzierung, wodurch diese zu den beliebtesten und wertvollsten Edelsteinen der Welt zählen. Da die Perle ein Produkt der Natur ist und schon von Anfang an ihren Glanz besitzt, ist  weitere Verarbeitung meist nicht nötig.

Perlen werden unter folgenden Kategorien bewertet: Form, Größe. Farbe, Lüster und Reinheit der Oberfläche.

Perlenarmband Perlenring Armband mit Perlen

1. Die Form der Perle

  • perfekt runde Perlen: d.h. Sie sind vollkommen kugelförmig
  • ganz leicht unrunde Perlen: dabei gestattet man Unebenheiten bis zu 5%
  • Halbbarocke Perlen: Tropfenförmig
  • Barockperlen: besitzen total unregelmäßige Formen
  • Geringelte Perlen: mit Streifen, Bändern

Betrachtet man die verschiedenen Formen, so wird deutlich, dass es es dementsprechend auch verschiedene Wertigkeiten dieser Formen gibt:

  • Runde Form = 100 %
  • Fast Runde Form = 50 %
  • Tropfenförmig = 40 %
  • Stumpfovale Form = 40 %
  • Ovale Form = 40 %
  • Knopfförmige Form = 35 %
  • Halbbarocke Form = 25 %
  • Geringte Form = 20 %
  • Barocke Form = 15 %

2. Die Größe der Perle

Bei der Größe der Perle wird der Durchmesser der Perle genommen; der Preis variiert dementsprechend nach dem Durchmesser aufsteigend nach den Millimetern. Perlen gibt es schon in der Größe von wenigen Millimetern bis hin zu Größen von bis zu  2,2 Zentimeter bei Südsee Perlen.

3. Die Farbe der Perle

Perlen kann es in den verschiedensten Farben geben; die Akoya Perle wird zum Beispiel meist noch nachgefärbt, wobei die Tahiti Perle oder die Südsee Perle oft in ihrer Naturfarbe belassen wird.

Bei den Akoya-Perlen reicht die Farbpalette von weiß über creme bis hin zu zartrosa Tönen. Die Farbschattierung ist in den meisten Fällen durch die Behandlung der Rohperlen gegeben. Die Hauptfarben der Südseeperlen sind meist weiß, silber, rosa und gold.

Dunkle Farbtöne findet man vor allem bei den so genannten Tahitiperlen, denn ihre Farbnuancen reichen von hellgrau, gold, schwarzgrün bis hin zu schwarz.

Perlenkette Ohrringe mit Süßwasserperle SIlberkette Perle

4. Der Lüster und die Oberflächenbeschaffenheit der Perle

Auf der Perle findet man einen wunderschönen farbigen Schimmer vor, auch Orient genannt. Dieser entsteht aus der Brechung des Lichtes zwischen den Kristallen des Aragonits (Mineral) in der Perlmuttschicht. Zu beachten ist, dass man den Orient nicht mit dem Lüster verwechselt, denn dieser ist die Lichtreflexion auf der Oberfläche der Perle. Je nach Lüster ist es sogar möglich, dass man sein Spiegelbild in der Perle erkennen kann.

Die Kategorisierung nach Reinheit der Oberfläche und Lüster ist nicht so leicht darzustellen wie Form, Farbe und Größe. Nach internationalem Stand werden Reinheit und Lüster in vier Güteklassen eingeteilt:   

A

Ausgezeichneter Lüster mit einer makellosen Oberfläche - eine perfekte Perle, bei der nur ganz kleine Fehler zu sehen sind

B

Guter Lüster mit einigen kleinen Fehlern

C

Schwacher Lüster von mittlerer Qualität; Oberfläche mit Spots oder auch Narben

D    

Low Grade - fast kein Lüster, da es zahlreiche sichtbare Fehler gibt, die die Oberfläche deutlich entstellen

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5. Bezeichnungen für Perlen

Echte Perle oder auch die natürliche Perle

  • Perlen, die ohne menschliches Eingreifen in Gewässer wachsen
  •  auch als „Orient-Perle“ bezeichnet, wenn sie vor allem im Persischen Golf von Perlentauchern gefischt wurden

Kulturperle oder auch Zuchtperle

  • von Menschen gezüchtete Perle auf Muschelbänken (dauert ca. 2-3 Jahre)

Barock-Perle

  • ungleichmäßig geformte Perle

Biwa-Perle

  • japanische Süßwasser-Perlen, die im Biwa-See gezüchtet wurden
  • sie haben einen weichen Kern und deshalb vor allem barocke Formen
  • heute werden diese Perlen aber auch in anderen Gewässern gezüchtet

Button-Perle

  • Perle, die eine ebenmäßige Oberflächenbeschaffenheit hat
  • ihre Form ist aus einer Perspektive elliptisch; d.h. Sie ist kreisrund aber flachkugelig
  •  sie kann natürlich vorkommen oder speziell gezüchtet werden

Mabé-Perlen

  • Halb-Perlen, die in vielen verschiedenen Formen in der Natur wachsen
  • sie haben oft eine barocke Oberfläche
  • sie können auch zu bestimmten Formen mittels Implantaten gezüchtet werden (z.Bsp. Quadrate, Herzen, …)

Keshi-Perlen

  • entstehen ohne menschliches Eingreifen, denn sie sind meist das Nebenprodukt auf Perlenzucht Farmen