Das Material Kupfer

Kupferringe


Inhalt

1. Wann begannen die Menschen damit, Kupfer zu gewinnen?
2. Woher hat Kupfer seinen Namen?
3. Kupfer ist ein Halbedelmetall, was bedeutet das denn genau?
4. In welchen Ländern wird Kupfer abgebaut?
5. Welche Eigenschaften hat Kupfer und wo wird es verwendet?
6. Welche Rolle spielt Kupfer in der Schmuckherstellung?
7. Das Kupferarmband – eine heilende Wirkung?


Kupfer

Denkt man an Materialien zur Schmuckherstellung, fällt einem sicherlich nicht gleich Kupfer ein. Es ist einfach ein Material, das zu vielen anderen Zwecken verwendet wird und in der Schmuckwelt eine eher untergeordnete Rolle spielt. Seine Farbe erinnert auch stark an Rotgold, das bei der Schmuckverarbeitung viel öfter Anwendung findet als Kupfer. Oft denkt man auch an Magnetarmbänder aus Kupfer, die eine heilende Wirkung haben sollen. Dass Kupfer aber durchaus auch als Material für Schmuck verwendet wird, ist vielen nicht bekannt. Doch aktuell wird Kupfer aus der Versenkung geholt und vor allem wegen seiner schönen Farbe für Schmuckstücke verwendet. Doch was zeichnet Kupfer aus? Welche Eigenschaften machen das Material zum geeigneten Rohstoff für Schmuck? Wie wird Kupfer gewonnen?

Eheringe

1. Wann begannen die Menschen damit, Kupfer zu gewinnen?

Die Geschichte von Kupfer ist lang, denn da Kupfer sehr leicht zu verarbeiten ist, fanden die Menschen schon früh Gefallen daran, Gegenstände aus diesem Material herzustellen. Neben Gold, Silber und Zinn war Kupfer das erste Metall, das die Menschen kennen und schätzen lernten. Kupferfunde gehen bis vor 10.000 Jahren zurück. Zwischen dem 5. und 3. Jahrtausend v. Chr. sprach man sogar von der Kupferzeit, da damals Kupfer exzessiv genutzt und verarbeitet wurde. Fast alles bestand damals aus Kupfer. Die Hochburgen der Kupferförderung lagen damals in Jordanien und im ehemaligen römischen Reich, wo jährlich bis zu 15.000 Tonnen Kupfer gefördert wurden. Kupfer ist ein sogenanntes Halbedelmetall - es hat also nicht ganz den Wert der Edelmetalle Gold und Silber. Trotzdem verfügt Kupfer über sehr gute Eigenschaften, die denen von Silber und Gold in nichts nachstehen. Da Kupfer aber schon von jeher in Massenproduktion gewonnen wurde, ist sein Ruf natürlich nicht so gut wie der der Edelmetalle, die nicht so leicht und in rauen Mengen gewonnen werden können. In der auf die Kupferzeit folgenden Bronzezeit wurde Kupfer vor allem für Legierungen verwendet, besonders mit anderen Metallen wie Zinn und Blei. Diese Legierungen waren widerstandsfähiger und härter als die Metalle allein. Die bekannteste Legierung ist Messing aus Kupfer und Zinn, die eine goldgelbe Farbe besitzt. Kupfer hat wunderbare Schmelzeigenschaften und eignet sich daher besonders, um Legierungen aller Art herzustellen. Außerdem verbindet es sich, wenn es einmal geschmolzen ist, sehr gut mit anderen geschmolzenen Metallen, wodurch die Qualität der Legierung noch gesteigert werden kann.

2. Woher hat Kupfer seinen Namen?

Der Name des Halbedelmetalls leitet sich vom lateinischen cuprum ab, das sich wiederum auf das lateinische aes cyprium bezieht, was auf Deutsch so viel heißt wie „Erz von der Insel Zypern“. Im Altertum wurde vor allem in Zypern Kupfer gewonnen, das man damals als eine Art Erz assoziierte. Das Altertum bezieht sich auf die Zeit bis zum Mittelalter (ungefähr 7. Jahrhundert n. Chr.).

Frau mit Ringen

3. Kupfer ist ein Halbedelmetall, was bedeutet das denn genau?

Generell sind Edelmetalle Metalle, die besonders korrosionsbeständig sind, die sich also nicht so schnell abnutzen, bei Raumtemperatur nicht anlaufen und besonders haltbar sind. Zu den Edelmetallen gehören Gold, Silber und Platinmetalle. Manchmal wird auch Quecksilber zu den Edelmetallen gezählt. Im 19. Jahrhundert nahm man dann Klassifikationen von Edelmetallen vor, sodass diese nun in edel und unedel oder eben Halbedelmetalle eingeteilt wurden. Kupfer zählt deshalb zu den Halbedelmetallen, da es an der Luft einfach schneller anläuft als Gold und Silber und demnach nicht so korrosionsbeständig ist. Halbedelmetalle befinden sich somit zwischen den edlen und den unedlen Metallen und haben so eine gewisse Sonderstellung. Als unedle Metalle werden unter anderem Eisen, Blei und Aluminium gezählt. Kupfer hat also somit einen höheren Status als Eisen oder Blei, ist aber nicht so „wertvoll“ wie Gold oder Platin.

4. In welchen Ländern wird Kupfer abgebaut?

Wie schon erwähnt waren Jordanien und das ehemalige römische Reich im Altertum die Kupferabbaustätten schlechthin. Dort gab es von dem Halbedelmetall einfach so viel, dass eine Massenproduktion möglich war. Heute hat sich die Kupferförderung in andere Länder verlagert. So hält Chile den Platz 1 in der jährlichen Förderung mit ungefähr 30 % der Gesamtförderung. Die USA und Indonesien fördern je 10 % Kupfer und die restlichen Prozente gehen gleichermaßen an Russland, Australien, Peru und China. Aber auch in Sambia (Südafrika), Kanada und der Mongolei wird heutzutage Kupfer abgebaut. In Deutschland gibt es kleinere Abbaustellen, die aber kaum Anteil haben an der gesamten globalen Förderung. So gibt es kleinere Kupfervorkommen vor allem in Mitteldeutschland, besonders im Harz. Kupfer kommt eigentlich überall vor: in den Ozeanen, der Erdkruste und sogar Seen und Flüssen. Dabei gibt es verschiedene Konzentrationen, das heißt, manchmal findet man nur kleine Stückchen, manchmal richtig große Brocken. Da Kupfer immer wieder eingeschmolzen werden kann, wird es auch in absehbarer Zukunft zu keiner Kupferknappheit kommen.

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5. Welche Eigenschaften hat Kupfer und wo wird es verwendet?

Seine hellrote Farbe hat Kupfer übrigens davon, dass es an der Luft anläuft und dann diese rötlich-braune Farbe entsteht. Wird Kupfer nicht weiter bearbeitet, kann es über die Jahre hinweg seine Farbe weiter verändern, sodass es dann irgendwann sogar Blau oder Grün werden kann. Leider geht damit auch der Glanz verloren. Deshalb ist es in der Schmuckherstellung besonders wichtig, Kupfer weiter zu bearbeiten, damit es seine Farbe und den Glanz behält. Diese Voraussetzung hat leider dazu geführt, dass Kupfer in der Schmuckindustrie eher ein Schattendasein geführt hat und immer noch führt, denn andere Edelmetalle haben einfach bessere Verarbeitungseigenschaften, die sie für Schmuck perfekt machen. Aber wenn man weiß, wie man Kupfer haltbar machen kann, können wunderschöne Schmuckstücke entstehen, die einen besonderen Charme versprühen - denn durch seine einzigartige Farbe macht Kupfer jedes Schmuckstück zu etwas ganz Individuellem. Heutzutage wird Kupfer jedoch vorrangig in der Elektroindustrie, der Installationstechnik, für Präzisionsteile, aber auch für Geldmünzen oder Musikinstrumente verwendet. Durch seine hervorragende Wasserresistenz wird Kupfer auch gern als Material für Wasserrohre oder Ähnliches verwendet. Da Kupfer ja ein Halbedelmetall ist, ist es natürlich teurer als zum Beispiel Aluminium, und wird dann des Öfteren entwendet und wieder verkauft. Da Kupfer auch sehr gut Strom leitet, wird das Material auch häufig für elektrische Leitungen und sonstige elektrische Bauteile verwendet. Sogar Dächer werden mit Kupferblech gedeckt. Wie man sieht, ist Kupfer sehr vielseitig einsetzbar und auch heute noch unverzichtbar. Seine vielseitigen Eigenschaften, unter anderem seine Beständigkeit, seine besondere Farbe und der Fakt, dass Kupfer zu fast 100 Prozent wiederverwertbar ist, zeichnen das Halbedelmetall aus. Aber Kupfer ist auch für den menschlichen Körper wichtig. Denn als sogenanntes Spurenelement, das vom Körper für verschiedene Funktionen benötigt wird, hat Kupfer auch eine wichtige Eigenschaft besonders für den Menschen. Besonders wichtig ist Kupfer bei der Blutbildung und der Energiegewinnung, hilft bei Entzündungen und stärkt das Immunsystem. Eine zu geringe Menge Kupfers im menschlichen Körper kann zu Mangelerscheinungen führen. Bei normaler, ausgewogener Ernährung nimmt ein Mensch genügend Kupfer zu sich.

6. Welche Rolle spielt Kupfer in der Schmuckherstellung?

Kupfer wird nachgesagt, das erste Metall überhaupt gewesen zu sein, das die Menschen zur Schmuckherstellung nutzten. Eben weil es so leicht formbar ist bei Hitze, aber im normalen Zustand sehr beständig ist. Funde aus der Jungsteinzeit belegen die Verwendung von Kupfer als Schmuckstück, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren. Schnell übernahmen aber die Edelmetalle wie Gold und Silber das Zepter in der Schmuckherstellung, denn sie waren einfach besser geeignet für die Herstellung einzelner Schmuckstücke. Denn weil Kupfer eben an der Luft anläuft, wenn es nicht behandelt ist, verliert es seine schöne Farbe und den Glanz - und niemand möchte Schmuck tragen, der dreckig und alt wirkt. Deshalb wird Kupfer heute fast nur noch für Legierungen im Bereich Schmuck benutzt, doch es gibt auch einige Schmuckdesigner, die sich speziell auf dieses Halbedelmetall spezialisiert haben und die Bedürfnisse des Materials erkannt haben. Denn wird Kupfer mit einer schützenden Schicht überzogen, behält es genauso seinen Glanz und übertrifft Rotgold sogar noch in seiner Intensität. Seine guten Eigenschaften machen Kupfer zum Geheimtipp schlechthin, wenn es um Schmuckherstellung geht. So verfügt Kupfer über eine ausgesprochen hohe Elastizität, ist gut formbar und kann so in die unterschiedlichsten Formen gebracht werden. Außergewöhnlichen Kreationen steht damit fast nichts mehr im Weg. Besitzt man ein Schmuckstück aus Kupfer, sollte man nur einige Sachen beachten, um lange Freude an seinem Schmuck zu haben. Um Verfärbungen zu vermeiden, sollte man den Schmuck ab und zu mit einem feuchten Tuch und etwas Zahnpasta abreiben. Man kann auch speziellen Münzenreiniger verwenden, in den dann der Schmuck für einige Stunden eingelegt wird. Als Geheimtipp gilt übrigens Klarlack, der direkt nach dem Kauf auf das Schmuckstück aufgetragen wird. Dann entstehen erst gar keine unschönen Verfärbungen. Schmuck aus Kupfer ist meist eher massiv gearbeitet, filigrane Elemente überlässt man lieber anderen Edelmetallen.

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7. Das Kupferarmband – eine heilende Wirkung?

Vor allem, weil Kupfer gut tut, -  denn ihm wird eine therapeutische Wirkung nachgesagt. Diese Wirkung ist aber nicht wissenschaftlich bewiesen, denn man beruft sich vielmehr auf homöopathische Wirkweisen. Nur die antibakterielle Wirkung hat sich im Labor als richtig herausgestellt, sodass heute in vielen Krankenhäusern Türgriffe aus Kupfer verwendet werden. Schon die alten Ägypter glaubten an die Heilkräfte von Kupfer und verrührten das Metall als Späne in einer Paste, mit der Entzündungen gelindert werden sollten. Die alten Chinesen verwendeten sogar ausschließlich Kupfernadeln zur Akupunktur, um die gute Wirkung dieser Maßnahme wesentlich zu unterstützen. Aktuell erfreut sich das Kupferarmband bei Sportlern großer Beliebtheit, besonders bei Tennisspielern und Golfern, die moderaten sportlichen Aktivitäten nachgehen. Sogar die englischen Prinzen Harry und William wurden schon mit Kupferarmbändern gesichtet. Aber was bringt das Tragen eines solchen Armbands? Trägt man ein Armband aus Kupfer, gelangen kleinste Mengen des antibakteriell wirkenden Stoffs in Kupfer in die Haut, um danach ins Blut transportiert zu werden. Dort wirkt Kupfer stärkend auf das Immunsystem und gegen Umweltreize. Der Sportler soll so vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt werden. Viele Träger eines Kupferarmbandes berichten, dass ihr Armband wesentliche Dienste in der Bekämpfung von Entzündungen, Muskelverspannungen oder Gelenkbeschwerden leistet. Da Kupfer Wärme sehr gut leitet, kann es verspannte Muskeln lösen. Wie hoch dabei der Grad der Wirksamkeit ist, kann noch nicht genau angegeben werden.

Kupfer hat also durchaus das Potenzial, sich zum neuen Wundermaterial in der Schmuckindustrie zu mausern. Man muss nur seine kleinen Defizite erkennen und vorbeugen, dann werden bald nicht nur Kupferarmbänder mit heilender Wirkung verkauft, sondern auch modische Ringe, Ketten und Ohrringe, die das Outfit perfekt ergänzen.