Muschelarten & Perlenarten


Inhalt

1. Muschelarten für Zuchtperlen
2. Die bekanntesten Perlenarten


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Übersicht der Perlenarten


1. Muschelarten für Zuchtperlen

Viele Perlen werden für die Verwendung in Schmuckstücken extra gezüchtet; dies geschieht mithilfe eines Transplantates, welches nach einiger Zeit zu einem Perlensack auswächst. Das Transplantat wird einer Spendermuschel entnommen und der Empfängermuschel eingesetzt. Diese Prozedur dauert meist zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren.

Entscheidend bei diesem Verfahren ist, ob ein sogenannter Kugelkern mit dem Transplantat in eine Muschel eingesetzt wird oder nicht. Folglich spricht man von kernlosen Zuchtperlen und von Zuchtperlen mit Kern. Basierend auf dieser Tatsache haben sich zwei übliche Vorgehensweisen herausgebildet. Demnach werden kernlose Zuchtperlen meist in Süßwassermuscheln erzeugt; man spricht hier von der chinesischen Südsee-Perle. Zuchtperlen mit Kern dagegen werden in Salzwasseraustern gezüchtet; eine bekannte Perle ist die japanische Akoya-Perle, die weißen oder goldfarbenen Südsee-Perlen und die dunklen Tahiti-Perlen.

Ring mit Perle und Diamant Perlen Ohrstecker weiß Herzkette mit Perle

In den frühen 1920er Jahren brachte der Japaner Kokichi Mikimoto die ersten vollrunden Perlen auf den Markt; 1913, zehn Jahre davor, erbrachte der deutsche Zoologe Friedrich Alverdes den Nachweis, dass Perlen durch die Verlagerung von Ephitelzellen in das Bindegewebe des Muschelmantels entstehen.

In offenen Gewässern auf Muschelbänken müssen die Muscheln ungefähr zwei Jahre lang in ihrem so genannten Perlsack das Fremdkörper-Implantat Schicht um Schicht ummanteln, wobei jedoch nicht jede Muschel überlebt. Nur in etwa 30 % der Muscheln entwickelt sich eine Perle. Und nur 10 % dieser Perlen sind kommerziell brauchbar. Wichtig ist auch, dass nur 3 % dieser Ernte perfekt rund sind. Nur 0,5 % hiervon erreichen die höchste Qualitätsstufe in Farbe, Form, Oberflächenbeschaffenheit und Lüster.

Nur wenige Muschelarten können diese Zuchtperlen hervorbringen; geschätzt sind es weltweit ungefähr 10.000 Arten. Bei der Zucht in Meerwasser wird Muschel der Gattung Pinctada verwendet und Süßwasser-Zuchtperlen werden in der Gattung Hyriopsis gezüchtet.

Perlen, die auf dem Perlenmarkt keine Verwendung finden, werden auf den Perlenfarmen schon vorher aussortiert und zermahlen; das Pulver wird zum Beispiel noch in Kosmetika weiter verwendet.

Ring mit Perle Perlenarmband Ohrringe mit Süßwasserperle

Zu den häufigsten Zuchtmuscheln gehören:

  • Pinctada martensii

Diese Muschel wird bis zu 8 cm groß und kommt hauptsächlich in der Umgebung der südlichen Inseln Japans vor. Sie wird auch als Akoya (jap.: ako = mein Kind, ya = zeigt die Zuneigung) bezeichnet. Die wunderschönen Perlen dieser Muschel werden bis zu 12 mm groß und werden in China seit 1980 und in Japan sogar schon seit über 100 Jahren zur Perlenzucht verwendet.

  • Pinctada maxima

Die Perlmuschelart Pinctada maxima ist eine außerordentlich große Muschel und kann über 5 kg wiegen. Somit können auch die gezüchteten Perlen dieser Muschel bis zu 2 cm groß werden. Diese Muschelart findet man vor allem im östlichen Indischen Ozean bis hin zum tropischen westlichen Pazifik vor. Die Perlen dieser gut zur Zucht geeigneten Muschel können bis 20 mm groß werden.

  • Pteria penguin

Die Muschelart Pteria penguin kommt im persischen Golf, Roten Meer, Indischen Ozean und dem tropischen westlichen Pazifik vor und trägt auch manchmal die Bezeichnung „Schwarze Flügelmuschel“, denn sie produziert, wie auch Pinctada margaritifera die begehrten schwarzen Perlen.

  • Pinctada margaritifera

Diese Muschel kommt vor allem an der Ostküste Afrikas, im Persischen Golf, dem Roten Meer, Indischen Ozean, westlichen und mittleren pazifischen Raum vor;  bei der Pinctada margaritifera handelt es sich um eine Gruppe leicht unterschiedlicher Muscheln. Man munkelt, dass die kostbarsten und berühmtesten Perlen der Antike (zum Beispiel die berühmten Perlenohrringe von Kleopatra) von dieser Muschelart stammen.

  • Pinctada radiata

Diese Muschelart kommt im Persischen Golf, Roten Meer, Indischen Ozean und stellenweise auch im Mittelmeer vor. Die meisten Perlen, die in der Antike getragen wurden,  entstammen dieser Muschelart. Ihre Naturperlen sind noch heute sehr beliebt.

  • Pinctada imbricata

Kolumbus hatte Perlen von dieser Muschelart bei Indianern an der Küste Venezuelas vorgefunden. Da sie im westlichen Atlantik beheimatet ist (Florida, Bermuda und im nördlichen Südamerika), wird sie auch als „Atlantische Perlmuschel“ bezeichnet. Durch Überfischung in vielen Gebieten gelten die natürlichen Bestände dieser Muschelart als ausgerottet oder sehr gefährdet.

  • Pinctada fucata

Mit dieser Muschelart eröffnete der japanische Perlenzüchter Mikimoto den Weltmarkt der Zuchtperlen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie wird auch Akoya-Muschel genannt und könnte könnte als die bedeutendste Muschelart in der Perlenzucht gelten. Sie ist in den Meeresgewässern von Japan, China, Taiwan, Vietnam und Australien beheimatet.

  • Pinctada mazatlanica

Diese Muschel wird manchmal auch als die „La Paz Perlmuschel“ bezeichnet, und die berühmte tropfenförmige Perle La Peregrina stammt wahrscheinlich von dieser Muschelart ab. Diese Muschelart kommt an der Westküste Mexikos bis nach Peru vor. Sie kann eine Größe in der Zucht von über 20 cm erreichen; natürliche Perlen können über 1 cm groß werden. Neben den weißen Perlen produziert diese Muschelart auch dunkelfarbige Perlen.

2. Die bekanntesten Perlentypen

Abbildung Perlenarten

Flussperle

Die Flussperlenmuschel, auch Margaritifera margaritifera genannt, kann bis zu 14 cm groß werden und bildet meist kleine, nicht ganz runde Perlen aus; Eine Perle mit einer Größe von 4 mm braucht eine Wachstumszeit von 20 – 25 Jahren. Perlen von einer Größe von 6-7 mm benötigen sogar 40 – 50 Jahre. Diese Perle benötigt nicht nur viel Zeit zum Wachsen, sondern auch ein absolut sauberes und kalkarmes Gewässer, welches im Urgestein entspringt.

Tahiti-Perle

Die Tahiti-Perle, auch Pinctada margaritifera genannt, ist nach der tropischen Insel in Französisch-Polynesien benannt. Diese Perle ist in ihrem Aussehen sehr begehrt, da sie einen besonders dramatischen Kontrast zwischen ihren grauen, silbernen oder schwarzen Grundfarben und dem farbenfrohen Orient hat. Typische Farben sind Blau, Grün, Pink oder Purpur.

Die seltensten Oriente der Tahiti-Perle sind „Peacock“, auch „Pfau“ (Grün-Pink-Kombination) genannt, und reines Purpur.

Tahiti-Perlen benötigen meist eine Wachstumszeit von 4 bis 5 Jahren. Diese Perlenart gehört mit ihrem Durchmesser von ca. 8-16 mm zu den größten Perlen und wurde dadurch in der westlichen Welt durch Kaiserin Eugenie, Ehefrau Napoleons III., bekannt.

Südsee-Perle

Die Südsee-Perlen, auch Pinctada maxima genannt, werden in Indonesien, Australien und auf den Philippinen gezüchtet; diese Art ist für ihre weißen, silbernen und goldenen Perlen bekannt.

Das Wachstum dieser Perle dauert normalerweise zwei bis sechs Jahre. Zudem gehört sie mit ihrem Durchmesser von bis zu 16 mm zu den größten Perlen; in manchen Fällen können sie auch bis zu 20 mm groß werden.

Akoya-Perle

Die Akoya-Perle ist eine generelle Handelsbezeichnung für im Meer gewachsene Zuchtperlen der Muschelarten Pinctada Martensi und Pinctada Fucata aus dem japanischen Meer; seit einigen Jahren wird die Akoya-Perle auch in Vietnam, Tahiti und China gezüchtet.

SIlberkette Perle Herzkette Perlenkette

Sie wachsen normalerweise 8 Monate bis 2 Jahre lang und werden durchschnittlich 2 bis 6 Millimeter groß. Ungefähr nur jede fünfte besetzte Akoya-Auster produziert Perlen und nur ein sehr kleiner Anteil dieser Perlen besitzt Edelsteinqualität. Die natürliche Farbe der Akoya-Perle ist weiß oder creme; durch verschiedene Färbeverfahren kann die Perle jedoch in viele andere Farben eingefärbt werden.

Keshi-Perle

Keshi-Perlen, auch Mohnsamenperlen genannt, sind winzige Perlchen, die sich ohne Planung bilden, wenn eine viel größere Perle mit Kern in einer Akoya-Muschel heranreift.

Da diese Keshi-Perlen somit kernlos sind, sind sie eigentlich Naturperlen. Sie besitzen das selbe Farbspektrum wie die Akoya-Perlen, Austern-, die Südsee- und Tahiti-Perle. Die Keshi-Perlen werden bis zu 10 mm lang und kommen meist in den verschiedensten Formen vor; aus diesem Grund wird diese Perle auch gerne zu Schmuck verarbeitet.

Biwa-Perle

Biwa-Perlen sind bekannt für ihre hohe Qualität, für ihren gleichmäßig starken Lüster und ihr glatte Oberfläche. Das Farbspektrum dieser Perle umfasst Cremeweiß, Weißrosa, Lachsorange, dunkles Weinrot und Violett.

Da auch diese Perle kernlos ist, kommt sie in den bizarrsten Formen vor.